Die EN Baskets Schwelm haben das Halloween-Derby gegen die Iserlohn Kangaroos verloren. Vor einer stimmungsvollen Kulisse in der Schwelm ArENa musste sich die Mannschaft von Headcoach Falk Möller am Samstagabend mit 80:87 (21:10, 40:37, 56:59) geschlagen geben. Nach einem starken ersten Viertel und einer zwischenzeitlichen Führung von 18 Punkten kämpften sich die Gäste zurück und entschieden die intensive Begegnung letztlich für sich. Damit endete die Schwelmer Serie von drei Siegen in Folge.
Bereits vor Spielbeginn gab es einen bewegenden Moment in der Schwelm ArENa. Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden Bettina Gevelhoff. Die EN Baskets Schwelm sprechen ihrer Familie und allen Angehörigen ihr aufrichtiges Beileid aus und wünschen ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Die Partie begann zunächst verhalten. In den ersten eineinhalb Minuten blieben die Schwelmer ohne Punkte, ehe Marius Stoll mit einem Korbleger und einem erfolgreichen Dreipunktewurf die ersten Akzente setzte. Beide Mannschaften suchten ihre Abschlüsse überwiegend aus dem Positionsspiel heraus. Besonders defensiv präsentierten sich die EN Baskets von Beginn an hellwach. Mit aggressiver Verteidigung am Ball, guter Reboundarbeit und mehreren Ballgewinnen machten sie den Gästen das Leben schwer. Juhwan Harris-Dyson sorgte nach einem Steal mit einem schnellen Korbleger für weitere Punkte. Ein 11:0-Lauf zwang Iserlohn nach rund fünf Minuten zur ersten Auszeit. Auch der eingewechselte Dyami Janeck fügte sich mit einem Ballgewinn und anschließenden Punkten gut ein. Die Kangaroos fanden erst spät ihren offensiven Rhythmus, sodass Schwelm das erste Viertel verdient mit 21:10 für sich entschied.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts knüpften die Gastgeber zunächst an ihre starke Leistung an. Mit einem weiteren 7:0-Lauf bauten die EN Baskets ihre Führung auf 28:10 aus. Doch anschließend änderte sich das Bild. Iserlohn fand durch ein erfolgreiches Drei-Punkte-Spiel zurück in die Begegnung und startete einen 12:0-Lauf. Die Schwelmer verloren in dieser Phase zunehmend ihren offensiven Rhythmus, während die Gäste ihre Chancen konsequenter nutzten. Ein wichtiger Dreipunktewurf von Tim Ludwig sowie ein Block von Jascal Knörig unterbrachen den Lauf der Kangaroos zunächst. Dennoch blieb Iserlohn am Drücker und verkürzte den Rückstand bis zur Halbzeit auf 40:37. Nach einem überzeugenden ersten Viertel war die Partie damit wieder völlig offen.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensives Derby, bei dem beide Mannschaften um jeden Ball kämpften. Erik Nyberg übernahm früh Verantwortung und traf innerhalb der ersten zweieinhalb Minuten gleich zwei Dreipunktewürfe. Auch offensiv fanden die Schwelmer durch gutes Passspiel immer wieder den Weg zum Korb. Defensiv versuchten die Gastgeber, mit aggressivem Druck auf die ballführenden Spieler an die Leistung aus dem ersten Viertel anzuknüpfen. Allerdings schlichen sich im Spielaufbau einige Unaufmerksamkeiten ein, die Iserlohn zu nutzen wusste. Mitte des Viertels konnten sich die EN Baskets noch einmal etwas absetzen, doch in der Schlussphase fehlte die nötige Konsequenz im Abschluss. Die Kangaroos trafen dagegen zwei wichtige Dreipunktewürfe und übernahmen erstmals an diesem Abend die Führung. Mit einem 56:59-Rückstand ging Schwelm in den Schlussabschnitt.
Dort gelang den EN Baskets zunächst die schnelle Antwort. Durch einen Freiwurf und einen erfolgreichen Zweipunktewurf stellten die Gastgeber nach gut einer Minute wieder auf Gleichstand. Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Juhwan Harris-Dyson suchte immer wieder energisch den Weg zum Korb und erarbeitete sich Fouls. Auch Luka Zajic setzte mit einem wichtigen Dreier ein Ausrufezeichen. Doch Iserlohn zeigte sich in den entscheidenden Momenten treffsicher und verschaffte sich mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen erneut Vorteile.
Rund fünf Minuten vor Schluss lagen die Kangaroos mit 71:66 vorne. Ein anschließender 9:0-Lauf der Gäste brachte Schwelm weiter ins Hintertreffen, ehe Jascal Knörig mit zwei verwandelten Freiwürfen wieder für Punkte sorgte. Harris-Dyson hielt die EN Baskets mit zwei Dreipunktewürfen im Spiel, doch Iserlohn ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Auch zwei vergebene Freiwürfe von Pablo Estelle rund 30 Sekunden vor Schluss verhinderten eine weitere Annäherung. Am Ende mussten sich die Schwelmer nach einem umkämpften Derby mit 80:87 geschlagen geben.
Bester Schwelmer Scorer war Juhwan Harris-Dyson mit 18 Punkten, gefolgt von Erik Nyberg mit 15 Punkten und sieben Rebounds. Luka Zajic steuerte elf Punkte bei, während Dyami Janeck zehn Zähler erzielte. Marius Stoll kam auf neun Punkte, fünf Assists und fünf Rebounds. Insgesamt trafen die EN Baskets zehn ihrer 25 Dreipunktewürfe (40 Prozent), leisteten sich allerdings 16 Ballverluste. Iserlohn nutzte insbesondere seine zusätzlichen Wurfmöglichkeiten und entschied das Reboundduell mit 40:37 für sich. Aufseiten der Gäste überzeugten Paul Lunguana mit 19 Punkten sowie Howard Rankine mit 16 Punkten und neun Assists.
Headcoach Falk Möller fand nach der Begegnung deutliche Worte: „Wenn man in drei Vierteln 77 Punkte bekommt, müssen wir nicht nach Gründen suchen. Das war für ein Derby zu wenig.“
Nach einem starken Beginn gelang es den EN Baskets nicht, ihre Intensität über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten. Besonders die defensiven Probleme in den letzten drei Vierteln machten es schwer, den zwischenzeitlich deutlichen Vorsprung zu verteidigen. Trotz der Niederlage zeigte die Mannschaft phasenweise, welches Potenzial in ihr steckt. Nun gilt es, die richtigen Schlüsse aus der Partie zu ziehen und in den kommenden Spielen wieder an die Leistungen der vergangenen Wochen anzuknüpfen.
Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Schwelmer Fans, die am Halloween-Abend für eine tolle Derby-Atmosphäre in der Schwelm ArENa sorgten und die Mannschaft bis zur Schlusssirene lautstark unterstützten.
Viertel: 21:10 | 19:27 | 16:22 | 24:28
Endstand: EN Baskets Schwelm – Iserlohn Kangaroos 80:87